Arbeitszeitflexibilisierung bringt uns allen was!



Lautsprecher

Rechtssicherheit statt Graubereich!


Liebe Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer,

Blockzeiten - 12-Stunden-Tag - Digitalisierung und Kinderbetreuung! Arbeitszeitflexibilisierung wurde in den letzten Tagen in den Medien und auf Twitter, Facebook & Co laufend und in vielerlei Hinsicht diskutiert. Bei manchen Diskussionen hat es mir die Haare zu Berge stehen lassen! Bei anderen kam mir fast mein Mittagessen wieder hoch!

Zu Beginn gleich einmal die Klarstellung: Die Möglichkeit, flexibel arbeiten zu können, heißt, dann arbeiten, wenn Arbeit da ist. Der 12-Stunden-Arbeitstag ist die Ausnahmeregelung dafür. Demnach wird der 8-Stunden-Tag als gesetzliche Normalarbeitszeit erhalten bleiben, auf freiwilliger Basis soll ab Jänner 2019 aber auch länger, eben bis zu 12 Stunden, gearbeitet werden können. Österreich ist eines der EU-Länder mit der niedrigsten gesetzlichen Höchstarbeitszeit. In der Praxis scheitert flexibles Arbeiten in Österreich an einer Vielzahl von Hürden – bis die überwunden sind, ist der Auftrag und der Kunde vielleicht weg.

Wie oft gibt es Zeiten wo man Tag und Nacht arbeiten könnte, um einen Auftrag erfolgreich abzuwickeln. Da braucht es viele Köpfe und Hände, die gemeinsam dafür sorgen, dass alles glatt läuft. Dann gibt es wieder Phasen, in denen man wieder mehr Zeit für andere Dinge hat und die „mehr“ freie Zeit genießen kann.

Das unternehmerische Leben ist gottseidank keine monotone, langweilige Zugfahrt, sondern eine atemberaubende, aufregende Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Diese Höhen und Tiefen fordern viel Flexibilität und eine ausgewogene Work-Life-Balance für uns alle – Chefs und Mitarbeiter. Aufträge kommen, werden mehr, werden weniger, werden mehr – erfolgreiche Jungunternehmer reagierten schon bisher flexibel auf die Anforderungen am Markt. Bisher wurde hier aber im Graubereich agiert.
Wir wollen aber keinen Graubereich, wir wollen Rechtssicherheit!

Im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte gehören flexible Arbeitszeiten zu den wesentlichen Standortfaktoren. Je fortschrittlicher und zukunftsorientierter eine Volkswirtschaft, desto flexibler auch die Arbeitszeitregelungen. Auftragsschwankungen sind die Realität und flexible Arbeitszeiten sind besser als ein kurzfristiger Personalauf- und Personalabbau. Da profitieren Unternehmer und Mitarbeiter gleichermaßen.

Die bisherige gesetzliche Lage hat „längeres Arbeiten“ zwar über Kollektivverträge oder Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat jetzt schon möglich gemacht, viele von uns Jungunternehmer konnten davon aber bislang nicht profitieren. Durch die fallweise Ausdehnung der Arbeitszeit auf 12 Stunden können wir Jungunternehmer nun hoffentlich Auftragsspitzen besser abdecken. Andererseits können Mitarbeiter abseits solcher Spitzenzeiten ihre Freizeit wesentlich individueller gestalten. Für uns Jungunternehmer und unsere Mitarbeiter ist das eine Win-Win-Situation auf ganzer Linie. Chef und Mitarbeiter sind ein Team und können sich nun besser einigen und ihre Zusammenarbeit flexibler gestalten.

4 Tage mehr arbeiten und dann am Freitag frei haben und ein verlängertes Wochenende genießen – ist doch für sicherlich viele Mitarbeiter geil! Genau deswegen habe ich absolut kein Verständnis dafür, wenn die Arbeitszeitflexibilisierung in der politischen Debatte als „Verrat an den Arbeitnehmern“ tituliert wird.
Da stellt es mir die Haare auf! Wir Unternehmer werden wieder einmal als Ausbeuter und Miesepeter hingestellt.

Fakt ist flexible Arbeitszeiten bringen vielleicht hin und wieder mehr Arbeit, aber auch mehr Geld oder längere Freizeitblöcke.

Wir brauchen Rahmenbedingungen, die flexibles Arbeiten möglich machen und zwar für alle Unternehmer, egal ob Groß oder Klein – und das praxisorientiert, so unkompliziert und so rasch wie möglich. Wir Jungunternehmer brauchen eine Anpassung an moderne Lebensverhältnisse und Arbeitswelten – die Arbeitszeitflexibilisierung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung! Deswegen liebe Jungunternehmer, stellt euch jeder Diskussion in dieser Hinsicht, es geht hier nämlich um uns, unsere Mitarbeiter und unseren Wirtschaftsstandort!


Liebe Grüße
Euer Marc



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