Der Traum vom Silicon Valley und die Realität – ein Nachbericht



Silicon Vallay

Silicon Valley. Bei diesem Namen bekommen Technik-Interessierte und Gründer große Augen. Ist der Nimbus gerecht? Ist das Silicon Valley wirklich etwas Besonderes? JW Landesvorsitzender Marc Gfrerer war selbst vor Ort und hat sich umgesehen

 

Lange war ich der Meinung, dass es der absolute Traum eines jeden Unternehmers sein muss im Silicon Valley durchzustarten. Geiles Mindset, Erfindergeist im Mittelpunkt und viele innovative Köpfe auf einem Fleck!

In Cupertino hat Apple seinen Sitz, in Menlo Park steht der Facebook-Campus und in Mountain View residiert Google: Das Silicon Valley ist die Geburtsstätte und Heimat der wertvollsten Unternehmen der Welt. Dazu kommen Wissens-Spots wie die Universitäten Berkeley und Stanford. 

Warum also nicht mal Sillicon Valley von der Nähe aus beschnuppern? Auf nach San Francisco und Palo Alto. Mein Fazit: JA es ist tatsächlich sehr beeindruckend, wenn man z.B. vor dem ersten Google-PC steht und das Umfeld von Apple-Gründer Steve Jobs und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg betritt. Ein Gefühl der Bewunderung macht sich breit. Man sucht nach Gründen, wie man von hier aus die Welt erobern kann.

 

Hier mein Fazit:

1. Überzogenen Erwartungen an ein schnelles Durchstarten sind Fehl am Platz : Österreichische Unternehmer (welche schon länger im Valley leben) empfehlen sich mal 3 Monate für die unternehmerische Selbstfindung zu geben (wo stehe ich, was will ich ..) Dann erst sollte man mit den  Durchführung der unternehmerischen Vorhaben starten.  Es gibt dort keine zweite Chance und keinen zweite Möglichkeit für einen ersten Anlauf. Natürlich benötigt man auch das notwendige Kleingeld. Eine Gegend wo eine kleine Mietwohnung monatlich schon mal 2.500 EUR kostet, muss man sich auch mal leisten können. Auch die Zeiten haben sich geändert – mittlerweile wird ein Seedinvestment bereits als Lottogewinn gesehen. Der Proof-of-concept sollte auf jeden Fall bereits existieren. 

 2. Zu glauben in Österreich erst durchzustarten und parallel dazu im Sillicon Valley Fuß zu fassen, wird nicht funktionieren. Allein der Zeitunterschied von neun Stunden bringt  so manchen Biorythmus aus dem Gleichgewicht. Eine Parallelarbeit zwischen der europäischen und der westamerikanischen Zeit funktioniert nur für eine kurze Zeit. Das kann niemand auf Dauer durchhalten.

3. Kapitalismus vs. Soziale Marktwirtschaft – sehr aufschlussreich erwies sich der Vortrag eines Professors von der Stanford-University. Seine Kernbotschaft lautete, dass man sich nicht einreden lassen sollte, dass der Staat keinerlei Rolle spiele. In Wirklichkeit war der Staat neben den zahlreichen Investoren (70% aller Venture Capital Finanzierungen in den USA finden in Kalifornien statt!) mit dem Aufstieg des Valleys verbunden. Im speziellen ließ u.a. das Departement of defense zahlreiche Forschungen hier durchführen und sorgte somit für zahlreiche Gründungen. Viele amerikanische Start-Ups würden sich eine Förderkulisse wie in Europa wünschen – allerdings macht auch die Not (Risikokapital) erfinderisch und beschleunigt das Wachstum.

4. Drittens und das spricht für Amerika – hier gibt es einen 321,4 Millionen Markt, der tatsächlich fast homogen erscheint. Eine einheitliche Sprache, einheitliche Handelsgesetze und lockere Datenschutzbestimmungen lassen die Europäische Union alt aussehen. Eine Skalierbarkeit scheint am amerikanischen Markt viel einfacher zu sein, als hierzulande. Als glühender Europäer würde ich mich über mehr Europa und weniger Nationalstaat sehr freuen. Wir können in Zeiten der Globalisierung nur überleben, wenn wir es schaffen, einheitlich zu agieren und europaweite einheitliche Gesetze umzusetzen. Dabei dürfen Gesetze aber nicht das Wirtschaftswachstum behindern! Immerhin hat die EU mit aktuell 510,06 Mio Einwohnern ebenso das Potential im Binnenmarkt den Amerikanern oder Chinesen das Wasser zu reichen – nur es gehört der gemeinsame Wille dazu Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Unternehmern erleichtert und nicht erschwert! Die EU-weite Datenschutzgrundverordnung, welche ab 25. Mai 2018 in Kraft tritt sehe ich einerseits als Chance den Binnenmarkt aufzuwerten jedoch auch als Hürde für zahlreiche kleinere aufstrebende Unternehmen. Man wird sehen, wohin sich die Europäische Union weiterentwickelt – ich hoffe nach wie vor auf eine positive Entwicklung im Sinne der jungen und kleineren Unternehmen!

 

Euer Marc

Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Kärnten



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